Die Karwoche ist eine besondere Zeit und hat mich schon oft zu Postings inspiriert. In den vergangenen Tagen habe ich oft daran gedacht, den einen oder anderen Beitrag zu reaktivieren, weil er thematisch gut passt: Den, in dem ich mich an das Hungertuch, das Fastenopfer und an Jesus im Garten Gethsemane erinnere oder den, als ich mir ein kitschiges Ostervideo ansah und mich die Wunden des Auferstandenen so berührt haben. Aber ich konnte es nicht.

Nichts schien wirklich angemessen. “Das übertriffet alles”, wie es im Film “Addams Family heisst: So eine Karwoche hat noch niemand von uns jemals erlebt. Gestern hat die Grenchner Islamwissenschaftlerin und Publizisitin Amira Hafner Al Jabaji in ihrer Kolumne der “Solothurner Zeitung” an die Bilder des einsamen Papstes auf dem Petersplatz, der leeren Klagemauer in Jerusalem und der verlassenen Kaaba in Mekka erinnert, und diese Bilder haben mir noch einmal richtig bewusst gemacht, wie unvergleichbar diese Zeit ist – auch und gerade in glaubenstechnischer Hinsicht.

Die Christen feiern bald Karfreitag und Ostern, die Juden Pessach, die Muslime die Nacht der Vergebung in einer zumindest in der Moderne noch kaum dagewesenen Art. Gläubige, für die Gemeinschaft essentiell ist, können sich nicht versammeln. Für uns Christen: Kein Händeschütteln am Sonntag zu den freudigen Worten “Er ist auferstanden!”, kein gemeinsames Abendmahl, kein Osterbrunch, wie meine Kirche ihn normalerweise an diesem Festtag begeht.

Alles ist anders. Aber kann “anders” auch “gut” sein?

Nichts wird uns das tatsächliche Zusammensein ersetzen können; soviel ist klar. Aber, und das ist für mich das Wunderbare an unserem Glauben: Das Wichtigste bleibt. Denn Kirche sind wir. Das Wort für Kirche, “Ekklesia”, heisst “die Herausgerufene”. Und auch wenn wir dem Ruf in dieser Zeit nicht körperlich folgen können, können wir es doch geistig. Wir haben uns rufen lassen in eine Beziehung mit Gott durch seinen Sohn, der sich für uns hingegeben hat, und diese Beziehung scheitert nicht an physischer Trennung. Wie sollte sie? Jesus lebt in uns und durch uns. Er hat in uns Wohnung genommen, und der Heilige Geist ist es, der in uns verkündigt, dass Jesus unser Herr ist.

“Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.” Wir versammeln uns, wenn wir am Donnerstagabend um 20:00 eine Kerze anzünden und beten, jeder bei sich zu Hause. Wir versammeln uns, wenn wir im Wohnzimmer im Pischi den Livestream unserer Kirche einschalten und vom Sofa aus mitsingen. Wir versammeln uns, wenn wir uns über die neue Kirche-Whatsapp-Gruppe austauschen.

Ich bin ein ausgesprochen introvertierter Mensch, der das Alleinsein weit mehr geniesst, als es sich für den anständigen Christen geziemt, aber sogar ich vermisse all die Menschen, die ich sonst regelmässig sehe. Und ich freue mich jetzt schon auf den ersten Gottesdienst in unserer Kirche, an dem wir uns wieder “in real live” sehen und umarmen dürfen. Da werden Tränen fliessen, soviel ist sicher.

Aber ich bin auch unendlich dankbar für unseren Gott, der dafür gesorgt hat, dass nichts uns von der Gemeinschaft mit ihm trennen kann. Der keine komplizierten Rituale fordert, sondern zu uns gekommen ist und uns zu sich gerufen hat.

In diesem Sinne Euch allen eine gesegnete Karwoche in der Gewissheit, dass Gott “Immanuel ist” – Gott mit uns, dass er denen nahe ist, die ihn rufen, und sich von ihnen finden lässt.

Liebe Freunde,

Eigentlich hatte ich nicht vor, an Tag Eins des Corona-Lockdowns in der Schweie meinen Quartalsbericht zu verfassen. Stattdessen wollte ich schön mit der Recherche an einem Projekt weiterfahren. Das Leben wollte es anders, indem meine Kindle-App streikt. Und das an diesem Tag! Nun denn: In der Annahme, dass es noch ein paar andere gibt, die daheim hocken, deren Kindle vielleicht auch nicht geht oder die sonst gern was lesen würden: Hier kommen die News aus der Schreibstube. Und die sind gut…!

Erscheinungsdatum für Band 1 (fast) geklärt!

Ja, ein “fast” gibt es noch, aber voraussichtlich sollte mein erster historischer Roman am 8. Februar 2021 erscheinen. Bis dahin ist es noch lange; es ist also immer noch Geduld angesagt. Dennoch schaltet die Maschinerie nun langsam in einen höheren Gang, und ich bin schon sehr gespannt auf die kommenden Monate…!

First Draft von Band 2 finished!

In dieser Wartezeit war mir gar nicht langweilig, da ich im neuen Jahr gleich mit der Niederschrift von Band 2 begonnen habe. Ein erster Wurf ist fertig; nun liegt er zum Auskühlen auf dem Fensterbrett. Aber im Gegensatz zum Kuchen ist er natürlich noch nicht geniessbar: Jetzt kommen die Revisionen und eine Menge Recherchearbeit, damit die Details dann auch stimmen. Ich habe vor, im April wieder einzusteigen. Und bis dann…?

Vorarbeiten für ein spannendes Herzensprojekt…

Im Moment bin ich eigentlich wie erwähnt im Recherchemodus, und zwar für ein Herzensprojekt, das mir im letzten Herbst zugetragen wurde. Die Details sind noch nicht geklärt, aber sollte es klappen, werde ich ein Buch zu einem Thema schreiben, das mir schon immer sehr wichtig war. Ich halte Euch auf dem Laufenden!

Der neue Blog in den Startlöchern

Ja, das habe ich jetzt schon oft gesagt, aber an den obigen Abschnitten könnt Ihr erkennen, dass ich durchaus beschäftigt war in diesen Tagen. Dennoch ist es ein wenig vorwärts gegangen, was den Blog angeht: Inzwischen habe ich mir einen Titel ausgedacht und ein Bild kreiert. Es könnte also schon bald losgehen.

Musik…

Durfte auch in diesem Quartal nicht fehlen. Neben meinen regelmässigen Einsätzen in der eigenen Church durfte ich am 26. Januar mit der Organistin und Pianistin Kirsten Raufeisen einen Taizé-Gottesdienst umrahmen. Ein “First” für mich wie auch für die Kirchgemeinde Signau; sehr berührend und besinnlich. Wiederholung möglich!

Und Ihr so?

Wie geht es Euch an diesem ersten Tag eines neuen Lebens? Wie sehr beeinträchtigt die momentanen Situation um Covid-19 Euren Alltag? Obwohl ich selbst wenig merke, weil ich schon vorher fast nur Zuhause gearbeitet und Anlässe meistens vermieden habe, macht mir das Ganze zu schaffen. Ich denke mehr als sonst an meine älteren Verwandten und frage mich, wie sie mit allem umgehen, und ich fühle mit den Familien mit.

Und doch – ja, und doch. So übel es ist, so beängstigend: Auch aus solchen Krisen kann Gutes kommen. Ich bin zwar (wahrscheinlich, da historisch ausgebildet) eine Zynikerin, aber gleichzeitig habe ich die Hoffnung nie aufgegeben, dass die Menschen dazulernen und sich besinnen können – meistes einfach erst, wenn man sie dazu zwingt. Und genau das tut diese Krise. Wir vermissen jetzt einiges, aber ich hoffe, wir erkennen, dass der Verlust von Dingen weit einfacher zu verschmerzen ist als das, was uns Menschen wirklich ausmacht: Gemeinschaft. Beziehung. Und die Welle der Solidarität, die neben den unmöglichen Hamsterkäufen eben auch real ist, macht mir Hoffnung, dass wir am Ende dieser Krise eine etwas andere Gesellschaft haben werden: Weniger Konsum, weniger Oberflächlichkeit, mehr Empathie. Vielleicht sogar weniger “Geld regiert die Welt”? Es wird nicht ewig halten, weil der Mensch dazu tendiert, solche Geschichten relativ rasch zu vergessen, aber wenn es nur eine kleine Änderung bewirkt, dann war es zumindest nicht umsonst.

Und hier mein besonderer Gruss in die Stuben für Euch:

Ich habe mir gestern Abend überlegt, wie ich denen, die solche sozialen Zwangspausen schwierig finden, die Zeit versüssen könnte, ohne das es Euch etwas kostet. Daher habe ich die elektronische Version meiner CD auf 0 Franken gesetzt. Ich freue mich, wenn Ihr “zuschlagt”; die CD-Gratisdownloads sollten eine Weile reichen (es sind über 1’000 möglich). Einfach den untenstehenden Link anklicken, auf “Buy digital CD” drücken, beim Preis eine 0 eingeben, dann könnt Ihr den Download starten. Ebenfalls bin ich daran, meine Ebooks auf 99 cents zu setzen (ganz gratis geht bei Amazon leider nicht, wenn man nicht in einem Sonderprogramm ist). Habt Freude dran…!

Hier der Link:

Zur CD als MP3

Und nun, Ihr Lieben: Bleibt daheim, wenn Ihr könnt; bleibt gesund, lest was Schönes, telefoniert, hört Musik. Geht allein in die Natur und geniesst die Schöpfung. Und hebet Euch Sorg!

Herzlich, Claudia

Liebe Freunde,

Dieses Quartal ist etwas lang geraten – Zeit ist offenbar wirklich relativ! Und dabei denke ich nicht an meine Binge-Watching-Sessions mit Dr. Who, sondern eher an die sehr vollgepackten letzten Monate. Es dürfte so weitergehen…aber der Reihe nach!

Feinlektorat finished

Wie Ihr Euch erinnert, wartete ich im August gespannt auf mein feinlektoriertes Manuskript. Meine Befürchtungen, die Hälfte des Textes werde rot gefärbt sein, haben sich Gott sei dank nicht bewahrheitet, aber etwas Arbeit war doch noch zu tun. Gute Arbeit! Die Zusammenarbeit mit der externen Lektorin war top; wir haben uns in den Kommentarspalten bestens unterhalten. Zum Beispiel, als ich ihr erklärte, warum ich das Wort “Zvieri” gern behalten würde und keine “Brotzeit” will. Ich habe ausgeführt, wir Schweizer seien den Hobbits ähnlich, die neben dem ersten und zweiten Frühstück noch die “Elfchen” (elevensies) kennen. Bei uns heisst es einfach: Zmorge, Znüni, Zmittag, Zvieri, Znacht. Die langen Erklärungen haben sich gelohnt, ich durfte mein Zvieri drinlassen…! Neben diesen Details waren auch ein paar grundsätzliche Überarbeitungen nötig, aber ees hat sich gelohnt. Ich freue mich schon sehr auf das Endresultat! Und wie und wann geht es nun weiter? Geduld, es kommt gleich…

Storyline Band 2: Check!

Erst aber noch der Stand von Band 2: Storyline! Auch diese Pendenz habe ich in den letzten Monaten erledigt. Der Plot ist gut vorangekommen, die Lektorin war zufrieden. Nach dem Einbau von einigen kleineren Änderungen werde ich mit dem Rohentwurf starten können.

Im Dienste der Musik – auch literarisch

Wie immer gab’s auch etwas Musikalisches: Am 26.10. durfte ich eine Hochzeit musikalisch umrahmen, am 3.11. einen Gottesdienst in Signau. Beide Anlässe waren wieder bereichernd – es macht einfach Freude! Und ein nächster Anlass steht schon fest: Am 26. Januar werde ich wieder in Signau sein und mit meiner Lieblings-Organistin einen Taizé-Abendgottesdienst gestalten. Ich freue mich!

Eine nicht alltägliche Auftragsarbeit hat das letzte Quartal dann noch intensiver gestaltet: Ich wurde angefragt, für das Stadtorchester Grenchen eine Festschrift zu schreiben. Bei 100 abzudeckenden Jahren kommt einiges an Material zusammen, durch das ich mich wühlen musste – ein beträchtlicher Aufwand, der sich aber gelohnt hat und mir einen besonderen Einblick nicht nur in die Geschichte des Orchesters, sondern auch in die jeweilige Zeit schenkte. Das Manuskript harrt noch einer letzten Überarbeitung und geht dann Ende Januar 2020 in den Druck. Ich bin schon gespannt auf das Endresultat!

Noch einmal Bundesräte…

Die Vergangenheit blieb auch sonst präsent: Das Bundesratslexikon, das im Februar erschienen ist, erhält Kommentarbände, und seit Oktober unterstütze ich meinen früheren Chef bei der Endredaktion. Es ist immer wieder faszinierend, die damaligen Verhältnisse und die Geschichten hinter den Bundesratswahlen kennenzulernen.

Nach diesem ausführlichen Werkrapport aber zu den spannenderen Fragen: Was kommt 2020? Und wann kommt es? Here we go:

Titel, Cover und Erscheinungsdatum meines Romans : Es wird…!

Momentan arbeitet der Verlag an Titel und Cover des ersten Bands meiner Trilogie, und ich bin unglaublich gespannt auf das Resultat. Im Januar sollte ich erstmals etwas zu Gesicht bekommen. Das Erscheinungsdatum 1 ist provisorisch festgelegt, wird aber im Februar definitiv klar sein. Ich freue mich schon jetzt, wenn ich Euch dann mehr sagen kann!

Blog

Ja der, Blog – da ist nicht viel gegangen in diesen Monaten, was angesichts der vorigen Berichte ja vielleicht verständlich ist. 2020 soll es dann aber losgehen unter einem neuen Schwerpunkt. More ist to come!

Band 2: Work to do!

Band zwei wird mein Schwerpunkt für 2020 sein. Gleich nach Neujahr starte ich mit der Anpassung des Plots und dann mit dem Rohentwurf. Ich freue mich sehr darauf, endlich wieder zu meinen Helden zurückzukehren und ihre nächste Story niederzuschreiben! Und ich werde mich ranhalten müssen, vor allem, weil noch ein paar Optionen im Raum stehen, wie ich meine Zeit literarisch füllen könnte.

Neue (mögliche) Projekte – historisch und Nonfiction

Tatsächlich haben sich mir dieses Jahr noch zwei Türen zu neuen Projekten geöffnet. Eines wäre ein Nonfiction-Projekt, das mir von der Thematik her extrem am Herzen liegt, das andere eins im Bereich “Historischer Roman”, das mich auch sehr reizen würde. Im Januar werd ich mehr wissen und dann anhand dieser News meine Zeitpläne und Prioritäten abwägen müssen. Und natürlich Euch informieren, was es Neues gibt!

2020 – perfect Vision?

Das Fazit: 2020 wird hochspannend, aber auch herausfordernd. Ich werde mich das erste Mal voll aufs Schreiben konzentrieren können; ein berauschender und gleichzeitig einschüchternder Gedanke. Dazu kommen die Erfordernisse im Rahmen der Veröffentlichung von Band eins, die mich ab und zu beschäftigen: Bin ich Einsiedlerkrebs, der nur aus dem Haus geht, wenn es sein muss, der Öffentlichkeitsarbeit gewachsen? Was muss ich tun? Stimmt die Frisur? Spass beiseite, ich freue mich auf die Herausforderungen, auch wenn mir gewisse Aspekte im Ganzen tatsächlich etwas Bammel verursachen. Aber jeden Tag etwas aus seiner Komfortzone herauszutreten soll ja gesund sein!

Ein perfektes 2020 auch für Euch…

…und vorher natürlich gesegnete Festtage! Ich hoffe, dass Ihr etwas Zeit für Euch selbst und Eure Lieben findet und dass wir uns hier wieder einmal lesen. Stay tuned!

Herzlich, Eure Claudia

Liebe Freunde,

Die Sommerpause (so man sie denn hatte) ist vorbei, und es wird wieder intensiv! Aber das kennen wir ja nicht anders, nicht wahr? Zumindest bei mir geht 2019 so lebhaft weiter, wie es angefangen hat.

Band 1 im Feinlektorat

Bis Ende Juni habe ich Band 1 meines historischen Krimis soweit aufpoliert, dass er eines Feinlektorats würdig wird. Genau dort befindet er sich jetzt und sollte bald zu mir zurückkommen. Ich bin schon sehr gespannt auf alle Verbesserungsvorschläge, Rechercheaufträge und was auch immer da so reinkommt – es ist ein “First” für mich, und die sind ja immer besonders aufregend!

Band 2: Storyline in Arbeit

Nach dem Abschluss dieser Vorbereitungen und nach einer hektischen Zeit mit anderen Verpflichtungen habe ich mich an die Storyline für Band 2 gesetzt. Dafür musste ich wieder ein paar Tage in der Bibliothek verbringen und mich durch alte Zeitungen wühlen, aber es hat sich gelohnt! Nun folgt eine weitere Verfeinerung, und dann sollte die Storyline an meine Lektorin im Verlag gehen. Auch hier bin ich gespannt, wie das Feedback sein wird. Mich juckt es jedenfalls schon in den Fingern, mich an den ersten Entwurf zu machen. Ein gutes Zeichen…!

The sound of music…

ist in den letzten Monaten auch nicht zu kurz gekommen. Ich durfte die musikalische Umrahmung einer Firmung gestalten und an der Taufe meines neusten Patenkindes zwei Lieder beitragen; das hat mir viel Freude gemacht – und ich habe wieder ein neues, wunderschönes Lied gelernt. Und gestern erst habe ich im Trio die Jubiläumsfeier unseres Altherrenstamms musikalisch mitgestaltet, dies im wunderschönen Kraftort der Kapelle Allerheiligen ob Grenchen. Neben diesen privaten Anlässen und halb- bis offiziellen “Gigs” stand natürlich regelmässig Lobpreis in der Gemeinde an, und mit dem Leberberger Konzertchor studieren wir momentan Verdis Requiem ein. Ein bunter Strauss an musikalischen Tätigkeiten, der mein Leben sehr bereichert.

What’s next?

Als nächstes steht – siehe oben – der Abschluss der Storyline für Band 2 sowie die Überarbeitung von Band 1 nach dem Feinlektorat an. Und sobald das durch ist, werde ich mich an den ersten Entwurf von Band zwei machen. Die Arbeit geht also nicht aus, und auch musikalisch geht es weiter: am 26. Oktober gestalte ich den musikalischen Teil einer Hochzeit, und am 3. November darf ich ein weiteres Mal zusammen mit Kirsten Raufeisen einen Gottesdienst in Signau musikalisch mitgestalten.

Last but not least: “Seelensnack” goes…?

Und das hätte ich fast vergessen: Ich arbeite momentan an einer Umgestaltung meines Blogs. Was das genau heisst, erfahrt ihr schon bald auf dieser Seite, und vor allem anderen hoffe ich, Euch neben meinen Standberichten wieder mehr andere Beiträge liefern zu können. Stay tuned!

Und das war’s auch schon. Allen, die heute einen Feiertag geniessen konnten, wünsche ich einen schönen Ausklang, und denen im Stollen schon einen guten Feierabend nach dem Tagwerk. Auf hoffentlich bald!

Herzlich,

Eure Claudia

Bildquelle: Pixabay

Liebe Freunde,

Viel zu lange ist es her, dass ich Euch ein Update über meine literarisch-musikalischen Aktivitäten geliefert habe! Einige Zeit war meine Website aus mysteriösen Gründen nicht zugänglich, und sonst ist (wie es uns allen geht) immer viel los. Jetzt geniesse ich die freien Ostertage und kann wieder mal liefern. Here goes:

Mein Roman: Überarbeitung und Recherche…!

Nachdem ich ja im Dezember zu meiner grossen Freude den Zuschlag für eine Veröffentlichung beim Penguin Verlag erhalten hatte, waren in den Folgemonaten noch einige rechtliche Formalitäten zu erledigen. Kurz vor meinen Thailandferien im Februar trafen dan meine ersten Verlagsverträge (für Band 1 und 2) bei mir ein  – ein feierlicher Moment! Im März hatte ich ein tolles Telefonat mit meiner Verlagslektorin, und nun sitze ich an der Überarbeitung des Manuskripts. Ganz konkret habe ich meine bisherige Arbeit bereits verschickt und warte nun gespannt auf das Feedback. Parallel dazu  habe ich mit vertiefter Recherche für Band 2 begonnen, was ich in den kommenden Wochen noch fortsetzen werde. Nachdem ich lange herumgerätselt hatte, was ich genau in den Krimiplot packen könnte, hatte ich eine zündende Idee, die aber einiges an Wissen über Themen erfordert, die mir nicht so geläufig sind. Also auf in die Bibliotheken und Archive!

Musikalische Events: Gottesdienstumrahmung und Talk mit Chäs, Brot und Wy…

An der Gitarre und am Mikrofon stand ich in den letzten Monaten nur im Gottesdienst, aber bald schon darf ich wieder “aushäusig” wirken. Am 6. Juni werde ich in der GMS Studen Gast ihrer Event-Serie “Chäs, Brot und Wy und mi Gschicht mit Gott” sein. Dort darf ich ein bisschen was von mir erzählen, Fragen beantworten und auch das eine oder andere musikalisch darbieten. Ich freue mich schon sehr! Ebenfalls im Juni werde ich zusammen mit Kirsten Raufeisen den Firmgottesdienst im Kinderheim Bachtelen musikalisch umrahmen. Auch darauf freue ich mich; wir durften dies bereits vor zwei Jahren übernehmen – ein feierlicher Anlass in den ehrwürdigen Räumen des Kinderheims, das übrigens auch in meinen Büchern eine Rolle spielen wird.

Ostergrüsse und Lesetipp für die freien Tage

Soweit in knackiger Kürze, was bei mir läuft. Es ist ein spannendes Jahr mit vielen “Firsts”, und im Moment bin ich neben meinem Buch noch in zwei Teilzeitanstellungen beschäftigt. Zusammen mit den ehrenamtlichen Engagements wird es manchmal etwas eng – vor allem im Kopf – aber die Freude überwiegt. Jetzt geniesse ich die freien Tage und hoffe, Ihr tut dasselbe. Und falls das Wetter bei Euch nicht so dolle ist, habe ich Euch einen heissen Lesetipp: Die wenigsten Bücher überstehen bei mir den “Erste-Seite-Test”, aber gerade habe ich einen historischen Roman zu Ende gelesen, der mich sehr begeistert hat. Der Autor ist ein promovierter Historiker, der exzellent recherchiert, Schauplatz ist Mailand im 15. Jahrhundert, es gibt Spannung, eine kleine Lovestory, lebendige Beschreibungen und vor allem eine herrliche Sprache: “Pandolfo”, von Michael Römling, im Rowohlt Verlag. Überall zu kaufen, wo’s Bücher gibt, aber wenn es schnell gehen soll: Hier ein Link zu Amazon (ich habe das E-Book gekauft, dann kann man gleich loslegen).

Herzliche Grüsse und bis bald,

Eure Claudia

P.S.: Ein kleiner Nachtrag redaktioneller Art: In letzter Zeit häuften sich ominöserweise Klicks auf ein Bild, das ich für ein Post über die Frankfurter Buchmesse verwendet hatte – ein Ausschnitt aus einem Fahrplan. Da ich nicht sicher bin, ob die Verwendung rechtens ist, habe ich das Bild herausgenommen. Ich hoffe, wer auch immer sich hier Infos geholt hat, findet sie auch an offizieller Stelle!

 

Heute vor 15 Jahren, so um halb elf Uhr abends, kroch ich aus meinem Bett in meiner Wohnung im Berner Felsenauquartier, tappte ins Wohnzimmer, kniete mich vor den Metalljesus an der Wand, sprach das Übergabegebet auf der letzten Seite des Buches «Jesus unser Schicksal» und wurde Christin.

Sinnsuche hüben und drüben

Kirchenrechtlich war ich das natürlich schon, aber meine Glaubenspraxis erschöpfte sich in der Kindheit in vereinzelten Stossgebeten und als junge Erwachsene im widerwilligen Besuch der Semestergottesdienste meiner Studentenverbindung. Was ich wirklich suchte, schien mir weder dort noch in dem zu finden zu sein, was man sonst so erreichen kann: «The meaning of life», wie es bei Monty Python heisst. Auf der Suche nach eben diesem Sinn befasste ich mich in meinen Zwanzigern in loser Folge mit Astrologie, Heilsteinen und Tarotkarten, oft im Schlepptau meiner jüngeren Schwester, die in regelmässigen Abständen eine neue Philosophie für sich entdeckte. Den ersehnten Sinn fand ich dabei allerdings nie. Als meine Schwester im Herbst 2003 schliesslich mit Jesus ankam, schien mir das zur Abwechslung etwas wohltuend Normales zu sein, und so besuchte ich in meiner üblichen Bereitschaft, ihre neuste weltanschauliche Entdeckung kennenzulernen, mit ihr einen Gottesdienst.

“Sektenalarm” und musikalischer Donnerschlag

Nach den ersten Minuten war ich überzeugt, in einer Sekte oder in der ominösen Besserungsanstalt aus Stephen Kings «Talisman» gelandet zu sein: Professioneller Parkdienst! Alle im Anzug! Alle viel zu freundlich! Riesige Soundanlage! Plüschvorhänge und Teppichboden! Dann begann die Lobpreismusik. Ich fing an zu weinen und hörte erst auf, als es die Musik tat. Meine Neugier, mein Hunger und meine Sehnsucht nach dem Sinn, den ich vermisste, waren entfacht, und der Glaube, den meine Schwester lebte, zog mich an. Es gab nur ein Problem: Sie verkündigte Jesus als den einzigen Weg. Das war an sich nichts Neues; meine Schwester pflegte das, woran sie glaubte, immer auf diese Art zu verkündigen, und bisher hatte ich diesen Teil einfach ignoriert. Störenderweise schien Jesus aber in die gleiche Kerbe zu hauen, und je länger ich mich mit diesem Glauben beschäftigte, desto hartnäckiger bestand eine innere Stimme auf dieser  Ausschliesslichkeit – für einen analytisch veranlagten Kopfmenschen, der die eigene Überzeugung niemals über die eines anderen stellen würde, ein harter Brocken.

Auferstehung und «Arc» der Jünger

Beim Versuch, diesen zähen Brocken irgendwie herunterzubringen, kreisten meine Gedanken immer enger um die Auferstehung und um (Achtung: Autorensprech!) den «Arc» der Jünger Jesu. Vielleser wissen, was ich meine: Eine Geschichte funktioniert nur, wenn ich nachvollziehen kann, wie der Protagonist handelt. Passen seine Entscheidungen zu seinem Charakter, dazu, wie ich ihn bisher wahrgenommen habe? Über die Jünger berichten die Evangelien von einer zweifachen Kehrtwende: Während sie vor Golgatha selbstbewusst an der Seite Jesu Seite standen, verschwanden sie nach seiner Gefangennahme und Kreuzigung von der Bildfläche. Sie versteckten sich voller Angst, selbst verhaftet zu werden, und Petrus, sonst Grossmaul par excellence, verleugnete Jesus sogar. Dann, nur drei Tage später, tauchten sie plötzlich wieder auf, und von diesem Tag an verkündigten sie scham- und furchtlos Jesu Auferstehung und sein Evangelium. In den folgenden Jahrzehnten bereisten sie mit dieser Mission die ganze ihnen bekannte Welt. Berichten nach starben die meisten von ihnen einen Märtyrer-Tod.

Diese Männer hatten ihre Furcht von einem Tag auf den anderen hinter sich gelassen, und für mich gab es nur einen logischen Grund: Es musste etwas passiert sein, das sie von Grund auf verändert hatte. Eine Lüge, die sie sich und anderen erzählten, hätte niemals genug Kraft gehabt, um ihnen ihre Angst zu nehmen und sie furchtlos in die Welt hinausziehen, Christus verkündigen und für diesen Glauben Folter und Tod auf sich nehmen zu lassen. Die Auferstehung musste wahr sein, und wenn sie das war, dann glaubte ich auch alles andere, was Jesus über sich gesagt hatte. Und dann wollte ich den Schritt wagen. Was damals geschehen ist.

Glauben und Schreiben

Trotz meines Fundichristseins will ich in meinen Büchern und Texten nicht in erster Linie missionieren. Ich möchte spannende Geschichten erzählen, die Menschen ermutigen, berühren und zum Nachdenken anregen. Aber die Quelle  meiner Inspiration und der Grund, warum ich Menschen ermutigen und aufbauen will, ist Gott; er ist das Fundament meiner Weltsicht, die meine Bücher durchzieht: Dass die Hoffnung niemals stirbt, dass jeder Mensch Würde besitzt, einzigartig und wertvoll ist, dass jeder Mensch sich verändern, erneuern, heilen und zu dem werden kann, der er wirklich ist – geschaffen von dem Gott, der ihn unendlich und bedingungslos liebt. Und letztlich ist diese Botschaft der Grund, warum ich schreibe.

Der Weg mit Jesus – keine «Erfolgsstory», sondern tägliche Begegnung

Als ich mich damals entschied, diesen Weg zu gehen, war ich in vielerlei Hinsicht herausgefordert. Ich lebte in einer schwierigen Beziehung, ich trank zu viel Alkohol, und ich wusste auf dem Weg in die Mittdreissiger nicht, was ich mit meinem Leben eigentlich anfangen sollten. Und heute? Bin ich ein Mensch ohne Fehl und Tadel? Das sei fern, wie Paulus oft schrieb. Ich kämpfe jeden Tag mit mir selbst, mit Mustern aus alten Tagen, schlechten Gewohnheiten, die ich noch nicht los geworden bin. Aber Gott hat mich Schritt für Schritt aus inneren Gefängnissen befreit, mich auf neue Wege geführt und mein Leben von Grund auf erneuert. Er hat wichtige Entscheidungen möglich gemacht – unter anderem meine Entscheidung für ein Leben ohne Alkohol. Die Abstinenz hat meine Kreativität freigesetzt, und erst danach hatte ich die nötige Disziplin, das Durchhaltevermögen und vor allem den Glauben an mich und meine Gaben, genährt aus dem Wissen, dass Gott mich geschaffen und mir diese Talente mitgegeben hat, um in der Welt Spuren zu hinterlassen.

Wer ich heute bin, verdanke ich diesem Abend vor 15 Jahren und dem Gott, mit dem ich seit diesem Tag durchs Leben gehe. Und am heutigen Tag gehört dem allein mein Dank und die Ehre, der mich zu diesem Leben befreit hat. Zu einem freieren, erfüllteren und glücklicheren Leben, als ich es jemals hatte; kühner, furchtloser und voller Leidenschaft. In diesem Sinne: danke Jesus. Ich erhebe mein Glas Sanbitter auf weitere 15 Jahre, hoffentlich noch viele mehr auf Erden und auf die Ewigkeit mit Dir.

“Same procedure as every year”: Auch dieses Jahr habe ich mich wieder auf die Suche nach einem Jahresmotto gemacht. Nachdem ich mich 2018 für «Balance» entschieden und dieses Ziel etwas verfehlt habe, wollte ich für 2019 etwas Ähnliches finden, vielleicht in der Hoffnung, es beim zweiten Anlauf besser zu machen. Dann stiess ich in einem Post von Pfarrer Jörg Bachmann auf die neue Jahreslosung.

«Suche Frieden und jage ihm nach!» Psalm 34,15

Das hebräische Wort für Frieden, «Shalom», bedeutet auch Unversehrtheit und Heil; es beinhaltet Gesundheit, Wohlfahrt, Sicherheit und Ruhe, und «Shalom» im Herzen, mit anderen und mit Gott, ist für mein Wohlbefinden unverzichtbar. Ich schreibe mir deshalb für 2019 diesen Frieden ins Herz, als Befehl und Auftrag, als Mission und Vision. Aber wie erreiche ich das? Ein bisschen Hirnarbeit und ein paar Inspirationen von anderen Bloggern haben mich auf folgende Ideen gebracht:

Für den Frieden in mir:
Planung und Priorisierung für ein Leben mit allen Sinnen

Ich will ein ausgeglicheneres Leben führen, das den Bedürfnissen von Körper, Seele und Geist gerecht wird. Im Rückblick auf das Versäumte heisst das vor allem weniger Bildschirmzeit und mehr Bewegung an der frischen Luft. Wenn ich mit allen Sinnen die Umwelt in mich aufnehme, ebbt meine Gedankenflut ab, bis ich tatsächlich im Hier und Jetzt bin, meinen Schritten lausche und den Geräuschen um mich herum, die Tannen und den Weg vor mir betrachte, die Kälte oder Wärme auf der Haut spüre. Und ganz oft, obwohl das gar nicht der Zweck war, fallen mir Ideen für mein Buch oder zu etwas anderem zu, das mich vorher beschäftigt hat.

Damit ich das schaffe, muss das “Leben mit allen Sinnen” priorisiert werden. Das bedingt, gut zu planen und kritisch zu prüfen, was ich sonst alles mache. In meinen Facebook-Memories ist kürzlich dieser Satz aufgetaucht (hier auf 2019 getrimmt):

Vorsätze für 2019
Einige Dinge tun.
Viele Dinge nicht tun. Wird auch sonst etwas eng.

Nach diesem Prinzip will ich meine Prioritäten prüfen und mir die folgenden Fragen stellen, die ich in ebenfalls auf Facebook entdeckt habe:

«Warum ich?»
Könnte das jemand anderes genauso gut oder besser?

«Warum jetzt?»
Ist es so dringend? Ist es der richtige Zeitpunkt?

«Warum auf diese Art?»
Kann man es anders, besser, einfacher machen?

«Warum überhaupt?»
Muss oder sollte es überhaupt gemacht werden?

Natürlich sind solche Fragen nur ein Hilfsmittel, und es gibt immer Aufgaben, die nun mal unsere sind und bleiben, aber die Frage zu stellen, kann schon einiges auslösen.

Für den Frieden mit anderen:
Meine Schlachten weise wählen, ohne Angst vor Konflikt

Ein “Bild des Friedens” auf einem der umgesetzten Spaziergänge 🙂

Meine Schlachten auszuwählen – zu entscheiden, ob es sich lohnt, sich aufzuregen und in den Ring zu steigen − fällt mir nicht so schwer, da ich mit einer eher hohen Reizschwelle ausgestattet bin. Dennoch ist es ein wichtiger Punkt. Schlachten zu wählen heisst, andere auszulassen, und wenn ich mich entscheide, nicht gegen etwas zu kämpfen, das mich stört, denke ich vielleicht, ich hätte verloren. Je nach Veranlagung kann dieser Gedanke an mir nagen und den Frieden, den ich anstrebe, behindern.  Daher will ich die Bedeutung von “Sieg” überdenken. Sieg kann auch heissen, dass ich mich entschliesse, einer vergifteten oder für mich nicht mehr stimmigen Situation den Rücken zuwenden, wenn ich realisiere, dass Wandel nicht möglich ist oder mich zu viel Zeit und Nerven kostet.

Mir fällt es schwerer, mich für den Kampf zu entscheiden. Ich streite mich ungern, und es belastet mich, wenn andere (vor allem die, die mir am Herzen liegen) mir böse sind oder meinen Weg missbilligen. Aber wenn etwas im Argen liegt, ist es wichtig, es zeitnah anzugehen. Je länger ich warte und das, was mir Sorgen macht, mich stört oder verletzt, stehen lasse, desto mehr ärgere ich mich, desto unwahrscheinlicher wird es, dass ich das Thema ruhig vorbringen kann, und desto unwahrscheinlicher ist es wiederum, dass mein Gegenüber für meinen Ipnut empfänglich ist und etwas Gutes herauskommen kann.

Sich manchmal zufrieden geben

Das habe ich kürzlich bei Christof Lenzen gelesen: Für unser Wohlbefinden und damit auch für den Frieden in uns ist zentral, dass wir von uns selbst nicht in allen Belangen Höchstleistungen erwarten, sondern uns auch mal mit Mittelmass zufrieden geben. Wenn wir versuchen, in allem Exzellenz, Fehlerlosigkeit oder Perfektion zu erreichen, brennen wir im Nullkommanichts aus. Manchmal müssen wir bei «gut genug» aufhören und uns der Sache zuwenden, bei der die Perfektion für uns wichtiger ist.

Auf ihn schauen – den Friedefürst

Ein Beitrag auf einer katholischen Website hat mich wieder an diese zentrale Wahrheit erinnert. Er stammt von Inka Hammond, deren Buch «Tochter Gottes, erhebe Dich» heute bei SCM Hänssler herausgekommen ist und deren Blog «Alltagsliebe» ich sehr schätze. In ihrem Beitrag schreibt sie, wie die Stille zu den Füssen Jesu sie immer wieder erdet und ihr Ruhe schenkt. Diesen Platz will ich mir auch immer wieder suchen – nicht umsonst ist einer der Namen unseres Gottes «Friedefürst», und auch in seinem Wort verheisst er uns diesen besonderen Frieden.

Frieden anzustreben ist keine Strategie für Feiglinge oder Harmoniebedürftige, sondern harte Arbeit. Der Frieden muss gesucht und gejagt werden, und die Jagd, das schreibt Pfarrer Bachmann, lebt nicht nur von schnellem Handeln, sondern auch von Geduld. Ich hoffe, dass ich in diesem Jahr die Weisheit habe, zu erkennen, wann was dran ist.  

Was ist mit Euch? Habt Ihr auch “Worte des Jahres”, Vorsätze oder Ähnliches, oder geht Ihr einfach gelassen los und schaut, wo es Euch hinführt? Oder noch besser: Beides?

Heute endet 2018 − ein Jahr, von dem ich wusste, dass es ein Jahr der Veränderungen und Entscheidungen, der Unsicherheiten und Unwägbarkeiten sein würde. Wann würde meine Teilzeitstelle enden, und würde ich einen Anschlussjob finden? Wie würde es mit meinem Buch vorangehen? Würde ich einen Verlag finden? Viele Fragen haben sich geklärt, und an diesem Silvester bin ich dankbar für alles, was ich dieses Jahr empfangen durfte: dank harter Arbeit, einem Quentchen Glück und immer auch dank der Ermutigung und Unterstützung anderer.

Mein Buch hat eine Heimat gefunden!

Das grösste Highlight dieses Jahres war der Tag, an dem ich wusste, dass der Verlagsdeal für mein Buch in trockenen Tüchern ist. Aber fangen wir etwas früher an: Diesen Sommer habe ich die letzten Überarbeitungen am Text vorgenommen, und danach war meine Agentin am Zug: Buchmesse in Frankfurt, Treffen mit Verlagslektoren. Ich zuhause, bang und hoffnungsvoll zugleich. Was, wenn niemand einen historischen Krimi mit Setting in der Schweizer Provinz verlegen wollte? Dann erste gute Nachrichten: die meisten angesprochenen Lektoren wollten Exposé und Leseprobe haben. Ein Verlag wollte rasch mehr lesen, und eine Woche nach der Messe kam der erste atemberaubende Augenblick: Das Telefonat meiner Lektorin, der Verlag wolle das Buch machen. Hosianna in der Höhe! Überwältigt setzte ich mich auf unsere Gartenbank und genoss diesen tollen Moment. Jemand will mein Buch! Noch am gleichen Abend legte meine Agentin nach: ein anderer Verlag war auch interessiert! Ich war völlig von den Socken.

Es folgten ein paar nervenaufreibende Wochen. Die Angebote kamen herein, und zwei grosse Publikumsverlage signalisierten, dass sie ebenfalls Angebote vorlegen wollten. Wo würde es hingehen? Was war am sinnvollsten für mich und mein Buch? Am 30. November fiel die Entscheidung, am 3. Dezember war der Deal gemacht, und mit Penguin wurde es der Verlag, zu dem es mich innerlich am meisten gezogen hatte.

Die Bundesräte sind in Druck!

Quelle: Verlag Schwabe / NZZ Libro

Ganz «Providentia Dei», wie mein Chef zu sagen pflegt, endet mein Teilzeitjob im Buchprojekt «Neuedition Bundesratslexikon» auf Ende Januar 2019. Da am 5. Dezember 2018 noch Ersatzwahlen stattfanden, konnte das Buch erst vor Weihnachten in den Druck und erscheint gemäss Angaben des Verlags Schwabe / NZZ Libro am 23. Januar 2019; einen Tag nach meinem Geburtstag. Damit endet eine fünfjährige, spannende und lehrreiche Anstellung bei meinem vormaligen Professor der Zeitgeschichte, Urs Altermatt, seinerseits profunder Kenner der Bundesratsgeschichte. Neben administrativen und redaktionellen Arbeiten konnte ich auch historische Recherchen durchführen und tief ins 19. Jahrhundert eintauchen, was mir viel Freude bereitet und Synergien erzeugt hat, die meinem eigenen Buch zugutegekommen sind. Auch eine Anschlussanstelle zu 20% ist schon gewährleistet; das spült etwas Geld ins heimische Budget und lässt mir daneben viel Zeit für mein Buch.

Musik und der «Ruf des Alters»

Neben diesen Meilensteinen durfte ich auch wieder musikalisch tätig sein, sei es am Weltgebetstag in der reformierten Kirche Signau oder am Firmgottesdienst des Patensohnes meines Mannes, zuletzt auf dem Grenchner Weihnachtsmarkt. Ich durfte und musste dieses Jahr aber auch einsehen, dass ich nicht mehr dreissig bin und dass ich meinem Jahresmotto der Balance noch mehr Gewicht geben sollte. Neben Ausbrüchen von Hautreizungen habe ich zeitweise gegen Erschöpfung angekämpft, und dass ich in der zweiten Jahreshälfte keine Ferien hatte, war nicht besonders weise. Gerettet und geerdet hat mich dann eine Auszeit mit meinem Mann im Ostallgäu – Begegnungen mit tollen Menschen, spannende Inputs vom Auszeitleiter Christof Lenzen, Zeit zu zweit und endlich mal wieder woanders sein.

An diesem Silvestertag blicke ich in ein Jahr voller Neuanfänge: Die Arbeit mit der Verlagslektorin an meinem Buch, das voraussichtlich im Herbst 2020 erscheinen wird; Abschluss meiner Anstellung und Neubeginn. Vieles, auf das ich mich enorm freue, das mich aber auch herausfordert. Aber die Freude überwiegt bei weitem. Und in all dem will ich nicht vergessen, Momente der Ruhe einzuplanen, mir Wind um die Nase wehen zu lassen, Vertrauen zu haben. Neugierig zu bleiben, immer mich selbst zu sein und auch andere anzunehmen, wie sie sind.

Und Ihr?

Wie war Euer 2018? Ekstatisch oder durchzogen, spannungsreich oder ruhig? Ich wünsche Euch in jedem Fall, dass auch Ihr heute zuversichtlich ins neue Jahr blickt und Euch auf das freuen dürft, was kommt. Und wenn es nach einer kurvigen Strasse aussieht, dann schicke ich Euch ein Licht auf diesen Weg, der Eure nächsten Schritte einfacher macht. Ich hoffe, wir lesen uns auch im neuen Jahr wieder!

Herzlich alles Gute, Claudia

Vor 104 Jahren, kurz nach Beginn des Ersten Weltkrieges, geschah an der Front Unglaubliches: es wurde Weihnachten.

Die Geschichte erscheint in diesen Tagen regelmässig in den Medien, aber sie berührt mich immer wieder neu. Die schriftlichen Zeugnisse darüber, so lese ich in einem Bericht meiner Zeitung, sind spärlich, aber einige blieben erhalten – unter anderen einer von Walter Imlah, Obergefreiter der britischen Armee, der mit seinem Kameraden vom ersten Bataillon der schottischen Gordon Highlanders im Graben lag. Und das ist damals geschehen:

Am Weihnachtstag erhoben sich urplötzlich deutsche Soldaten aus ihren Schützengräben und traten unbewaffnet hinaus ins Niemandsland zwischen den beiden Lagern; eine Aktion, die normalerweise den sofortigen Tod bedeutet hätte. Auf der gegnerischen Seite brach Unruhe aus, doch schliesslich machten sich schottische Offiziere auf den Weg zu den Gräben, um herauszufinden, was die Deutschen wollten. Diese erklärten, sie wollten einen Waffenstillstand, um ihre Toten aus dem Niemandsland zu bergen und zu begraben. Die Schotten gingen auf das Angebot ein, und in der Folge brachten sie die toten deutschen Soldaten zu den deutschen Gräbern; die Deutschen erwiderten den Dienst auf ihrer Seite. Glück oder Vorsehung wollte es, dass am selben Tag ein britischer Pfarrer an die Front versetzt worden war. Nachdem die Gräber zugeschüttet waren, wurde eine gemeinsame Messe organisiert, und die Männer, einen Tag zuvor noch erbitterte Feinde, hörten gemeinsam den 23. Psalm der Bibel. Nach der Messe verbrüderten sich die Soldaten, tauschten Adressen, Tabak und andere Kleinigkeiten aus.

Der Krieg ging danach weiter − nicht ein paar Wochen, wie die Soldaten wahrscheinlich hofften, sondern vielen blutige Jahre. Dennoch bleibt dieser winzige Augenblick im Weltenlauf, in dem die Soldaten innehielten und sich fragten, warum sie eigentlich gegeneinander kämpften, und erkannten, dass ihr Gegner ein Mensch war wie sie selbst – kein Kriegsmonster, sondern ein Mensch, der lieber bei seiner Familie gewesen wäre, ein Individuum mit Träumen, Hoffnungen und Gefühlen. Der Obergefreite Imlah schrieb später an seinen Vater, dass der Wunsch der Deutschen, die Toten zu begraben, seiner Meinung nach nur ein Vorwand war. Viel wahrscheinlicher schien ihm, dass der Grund dafür der Weihnachtstag war, Tag des Friedens und der Liebe zwischen den Menschen.

Weihnachten ist eine schmerzvolle Zeit, wenn wir mit denen, die wir lieben, in Konflikt stehen. Das Fest der Liebe löst eine unerträgliche Spannung aus. Der Wunsch nach Versöhnung reibt sich mit unseren Verletzungen, unserer Wut und Trauer, und dies um so intensiver, je näher uns Menschen stehen. Niemand kann uns tiefer verletzen als die, die wir lieben.

Ich wünsche allen, die in einem schmerzvollen Konflikt stehen, dass Weihnachten ein göttliches Licht auf Eure Situation wirft; ein Licht, das Euch die Menschen, mit denen Ihr im Streit steht, als das erscheinen lässt, was sie sind: Menschen mit guten und schlechten Eigenschaften; Menschen, die Fehler gemacht haben, aber dennoch die Menschen, die Ihr liebt. Möge Weihnachten die Front aufweichen und Euch Hoffnung auf einen Durch- und Aufbruch schenken.

Letzten Freitag hat unsere Kirche ein Konzert mit einem befreundeten Musiker organisiert, und als ich mich in der Pause zwischen den Sets im Publikum umsah, fiel mein Blick auf ein Gesicht, das mir bekannt vorkam. Konnte das wirklich meine Kindergärtnerin sein? Ich ging zu ihr und fragte sie ganz frech, und es stellte sich heraus, das sie es war.

Ich habe die Kindergartenzeit und meine Kindergärtnerin in guter Erinnerung : Sie war eine fröhliche und liebevolle Frau, die auf uns eingegangen ist und bei unseren Streichen mitgespielt hat. Meine Spezialität bestand darin, ihr kleine Zettel zu schreiben, dass wir sie töten, braten und essen würden (fragt mich nicht, wie ich daruf kam; das ist mir heute selbst etwas unheimlich). Und sie hatte eine grosse Anzahl Kinderbücher, die ich meiner besten Freundin dann vorgelesen habe, was mich auf das bringt, was mich in frühester Jugend so stark geprägt hat: Bücher.

Ich habe schon früh mit dem Lesen angefangen – erst waren es die Buchstaben auf der Schreibmaschine meiner Mutter, die meine Neugier weckten und die sie mir geduldig erklärt hat. “Das ist ein Mami-M”, das ist ein Papi-P.” Der Durchbruch kam im Kafitreff meiner Ma mit ihren Schwägerinnen im “Monbijou”, unserer Quartierbeiz, als ich (so die Legende) auf einen Plastiksack einer bekannten Senfmarke zeigte und triumphierend “Thomy!” in die Welt posaunte.

Nach diesem Einstieg war kein Halten mehr; ich verschlang SJW-Hefte (Schweizer Jugendschriftenwerke), irgendwann mein erstes Buch (ich glaube, es war “Dominik Dachs”) und noch unzählige weitere. Zu den aufregendsten Momenten meiner Kindheit gehörte der Tag vor den Sommerferien, wenn wir in unserer Stadtbibliothek bei der Bibliothekarin nicht nur die üblichen zwei Bücher mitnehmen durften, sondern so viele, wie wir tragen konnten. Was gibt es Schöneres?

In der letzten Zeit ist  mir aufgefallen, dass unter diesen hunderten von Kinderbüchern ein paar wenige herausstechen, die einen so tiefen Eindruck hinterlassen haben, dass ich mich noch heute an sie erinnere. Natürlich habe ich viele über alles geliebt: Die Reihen um die Drei Fragezeichen, die Fünf Freunde, die Schwarze Sieben, Hanni und Nanni, Dolly und eine Weile alle möglichen Pferdestories. Aber mir fallen gerade drei ein, die mich besonders geprägt haben, und kürzlich habe ich mich im Internet auf die Suche nach ihnen gemacht. Es war nicht bei allen einfach, aber am Ende wurde ich fündig. And so I proudly present: Die Bücher, die mich in meiner Jugend beeindruckt haben:

Der Spuk im alten Schrank (Barbara Sleigh, Originaltitel: Jessamy)
Das Buch handelt von einem kleinen Waisenmädchen, das 1964 in den Ferien bei einer Tante in einen Schrank steigt und plötzlich 50 Jahre in der Vergangenheit herauskommt, kurz vor dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges. Ich kann mich nicht mehr an die Details erinnern, aber ich glaube, es war auch ein Geheimnis im Spiel und ein Brief in einem alten Baum; jedenfalls habe ich es mit Feuereifer gelesen.

Das Haus der Treppen (William Sleaton, Orignaltitel: House of Stairs)
Dieses beklemmende dystopische Buch hat mich damals tief beeindruckt. Es handelt von fünf Teenagern, alle Waisen, die sich, ohne zu wissen wie, plötzlich an einem seltsamen Ort befinden: im Innern eines Hauses, das nur aus Treppen und Podesten besteht. Keine Decke, kein Boden. Es gibt einen Nahrungsautomaten, der Fleischbällchen ausspuckt, aber nur, wenn die Kinder das Richtige tun, und was das ist, ändert sich ständig. Die Sache wird gefährlich, als sie erkennen, dass die Maschine es mag, wenn sie sich streiten oder gewalttätig werden. Das Ende sei nicht verraten., aber als ich zu diesem Buch die Rezensionen bei Amazon las, hat es mich fasziniert, wie unterschiedlich Menschen ein Buch wahrnehmen: Es gab viele begeisterte, aber auch viele total “abgetörnte” Leser, die das Buch mit  Worte wie “soo langweilig, alles spielt am gleichen Ort” oder “das ist doch total unrealistisch, so ein Haus kann es ja nicht geben” kommentierten. Mich hat damals nichts davon gestört, aber daran sieht man, wie unterschiedlich Geschmäcker sind.

“Die unendliche Geschichte” von Michael Ende
Endlich ein deutsches Buch! Der dicke Wälzer über die Erlebnisse von Bastian Bux in der geheimnisvollen Parallelwelt Phantasien hat mich damals begeistert. Ich habe mich gefragt, ob Kenny Morrison als Atrjeu mein erster Filmschwarm gewesen ist, aber das war er definitiv nicht: das war Patrick Bach als “Silas” und als “Jack Holborn”. Aber ich schweife ab: Ich habe die unendliche Geschichte viele Male gelesen und bin in die Welt von Bastian, Atreju, Fuchur und der Kindlichen Kaiserin verschwunden, und ich mag das Buch noch heute.

“Mio, mein Mio” von Astrid Lindgren (Originatitel: Mio, min Mio)
Sind das nicht vier? Tatsächlich. Aber plötzlich ist mir noch “Mio, mein Mio” von Astrid Lindgren eingefallen. Von ihr habe ich auch dutzende Bücher gelesen wie die “Bullerbü”-Reihe oder “Karlsson vom Dach”, aber dieses hier hat mich verzaubert. Es handelt vom Waisenknaben Mio, der sich plötzlich in einem anderen Land findet, wo sein Vater der König ist. Mit seinem Freund Jum-Jum schafft es Mio, das Land vom bösen Ritter Kato zu befreien. An viel mehr kann ich mich nicht erinnern, aber an die mythische Atmosphäre das Landes, das etwas vom “Gelobten Land” hatte.

Was ist das Gemeinsame an diesen Büchern? Was hat mich so gepackt? Da sind zum einen die stillen, einsamen Anti-Helden. Ich habe auch “Die rote Zora” und “Pippi Langstrumpf” gelesen, aber mit den beiden konnte ich mich weit weniger identifizieren. Dann ist in allen Büchern eine “andere Welt” enthalten: einmal ist es die Vergangenheit, einmal die Zukunft, zweimal eine ganz andere, fantastische Welt. Dann natürlich ein Spannungselement: ein Geheimnis, eine Mission, etwas, das es zu erreichen gibt. Und in allen Büchern erkenne ich eine Art “Gute Botschaft”, die mich begeistert hat: im Haus der Treppen zum Beispiel der Aufruf, sich nicht allem anzupassen und Mut zu haben, sich gegen ein “System” zu stellen, und in allen auch der gute Ausgang für die kleinen Helden  aus einer nicht einfachen Situation.

Ich habe selbst keine Kinder und weiss nicht, was heute auf dem Jugendliteraturmarkt so angeboten wird. Ich hoffe aber, dass es auch solche Geschichten sind: die mitreissen, die die Fantasie anregen und die gleichzeitig, ohne moralisierend zu sein, eine ermutigende Botschaft vermitteln; einen Blick in ein (wenn man unsere Welt betrachtet) alternatives, aber zumindest für mich wahrhaftiges Universum, wo unveräusserliche Werte gelten und jeder Mensch diesen unveräusserlichen Wert hat.

Ich glaube, solche Bücher braucht es heute mehr denn je, nicht nur für Kinder, sondern auch für Erwachsene. Und darum schreibe ich.

Was habt Ihr in Eurer Jugend gelesen? Was hat Euch gepackt und mitgerissen? Vielleicht finde ich noch ein unentdecktes Juwel, also nur her mit Euren Büchern!